Wie atmen Fische unter Wasser? – Biologie für kleine Schwimmer

von
Lukas Biegler
,
August 13, 2025

Wie atmen Fische unter Wasser? – Biologie für kleine Schwimmer

Kurz: Fische atmen mit Kiemen. Diese fein gefächerten „Sauerstofffänger“ ziehen den gelösten Sauerstoff aus dem Wasser, während Kohlendioxid wieder abgegeben wird. Das Besondere: Ein hocheffizientes Gegenstromprinzip hält den Sauerstofffluss selbst bei niedrigen Konzentrationen im Wasser am Laufen – etwas, das renommierte Institutionen wie Britannica seit Jahren anschaulich erklären.

Die Kurzantwort: Kiemen sind Hochleistungs-Filter für Sauerstoff

Wasser enthält viel weniger Sauerstoff als Luft. Damit ein Fisch nicht permanent „aus der Puste“ ist, strömt Wasser stetig über die Kiemenbögen, an denen filigrane Kiemenfilamente sitzen. Dazwischen liegen extrem dünne Lamellen – wie feinste Seiten in einem Buch. Über diese riesige Oberfläche diffundiert Sauerstoff in die Blutkapillaren, Kohlendioxid diffundiert heraus. Genau deshalb ersticken Fische an Land so schnell: Ohne Wasser fallen die Lamellen zusammen, die Oberfläche schrumpft – der Gasaustausch bricht ein.

Viele Arten nutzen zwei „Antriebe“ fürs Wasser: die Mund- und Kiemendeckelpumpe (ruhig stehende Fische „atmen“ sichtbar durch regelmäßige Kiemendeckelbewegungen) und das Ramm-Ventilieren beim Schwimmen (z. B. bei manchen Haien). Faktoren wie Wassertemperatur und Strömung entscheiden mit: Warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff, und in stehenden, überbesetzten Becken kann’s eng werden. Seriöse Quellen wie die NOAA betonen deshalb die Bedeutung von Sauerstoffgehalt und Wasserqualität in Gewässern und Aquarien.

So funktionieren Kiemen im Detail

Das Geheimnis der Effizienz ist das Gegenstromprinzip: Blut fließt in der Kiemenlamelle der Wasserströmung entgegen. Dadurch bleibt der Konzentrationsunterschied für Sauerstoff entlang der gesamten Lamelle erhalten – Sauerstoff „wandert“ ständig ins Blut, statt nur am Anfang. Dieses Prinzip kennen Kinder später aus dem Bio-Unterricht (auch unsere Lieblingsmagazine wie National Geographic machen es gut greifbar).

In einfachen Worten für Kinder: Stell dir zwei Menschen auf einem Steg vor – einer trägt viele Bonbons (Sauerstoff), der andere keine (Blut). Wenn beide in die gleiche Richtung gehen, kriegt der „Ohne-Bonbons“ nur am Anfang viele ab. Gehen sie aneinander vorbei (Gegenstrom), kann er sich auf dem ganzen Steg immer wieder etwas nehmen – am Ende hat er viel mehr Bonbons.

Wichtig ist auch die „Verpackung“: Kiemen sind hauchdünn, reich durchblutet und extrem gefaltet. Dünn heißt: kurzer Weg für den Sauerstoff. Gefaltet heißt: riesige Fläche auf kleinem Raum. Und ständig bewegtes Wasser verhindert, dass sich um die Lamellen ein „verbrauchter“ Film bildet. Als Eltern sehen wir das im Aquarium: Ein gesunder Fisch hat einen ruhigen, regelmäßigen Kiemenschlag – nicht hektisch, nicht kaum wahrnehmbar.

Sonderfälle und spannende Ausnahmen

Die Natur liebt Ausnahmen – perfekt, um Kinder neugierig zu halten:

- Lungenfische: Sie besitzen Lungen und können Luft atmen. In Trockenzeiten überleben sie in Schlammkokons – ein echter „Wow“-Moment beim Vorlesen.

- Labyrinthfische (z. B. Bettas, Guramis): Sie haben ein zusätzliches Atmungsorgan (Labyrinth) und schnappen regelmäßig Luft an der Oberfläche. Das ist kein „Fehler“ – sondern ein Vorteil in warmen, sauerstoffarmen Gewässern. Viele Aquarienführungen, etwa im Monterey Bay Aquarium, erklären solche Anpassungen kindgerecht.

- Haut- oder Darmatmung: Aale und manche Welse können einen Teil des Gasaustauschs über die Haut oder Darmstruktur abwickeln – nützlich in sauerstoffarmen Habitaten.

- Nicht verwechseln: Wale und Delfine sind keine Fische, sondern Säugetiere. Sie atmen Luft durch Lungen und müssen zum Atmen an die Oberfläche.

Als Mutter/Vater habe ich mit meinen Kindern mal eine Fütterung im Aquarium besucht – der Pfleger zeigte uns, wie unterschiedlich Kiemenklappen schlagen: Der ruhige Skalar, der wuselige Neon, der majestätische Rochen. Danach war die Frage „Wie atmen Fische?“ plötzlich keine Theorie mehr.

[[ctakid]]

Was Eltern ihren Kindern leicht zeigen können

1) Operculum-Detektivspiel: Beim nächsten Aquarium-Besuch (oder am heimischen Becken) zählen Kinder die Kiemendeckel-Schläge pro Minute. Fragen Sie: „Was passiert, wenn das Wasser wärmer ist?“ (Tipp: Warmes Wasser – weniger O₂ – oft höherer Kiemenschlag.)

2) Oberflächen-Idee mit Papier: Ein Blatt Papier steht für eine Kiemenlamelle. Falten Sie es wie einen Fächer – die „Oberfläche“ wird viel größer. Mehr Fläche = mehr Platz für Sauerstoffaustausch. So wird die Lamellenlogik haptisch erlebbar.

3) Aquarium-Checkliste zu Hause: Luftsprudler oder Pflanzen? Nicht überbesetzen. Füttern in kleinen Portionen. Regelmäßige Wasserwechsel. Ein einfacher Tröpfchentest für Sauerstoff und Nitrit ist spannend, und Kids lieben Labor-Feeling. Viele Grundlagen zur Gewässerphysik vermitteln vertrauenswürdige Portale wie NOAA auch für Laien.

4) Stille Beobachtung am See: Morgens ist das Wasser oft kühler und sauerstoffreicher. Lassen Sie Kinder Fische beobachten: Stehen sie eher ruhig, steigen Bläschen auf, bewegen sich Schwärme dorthin, wo das Wasser fließt?

Häufige Fragen aus dem Kinderzimmer – fachlich beantwortet

- Können Fische ersticken? Ja. Zu wenig Sauerstoff (z. B. zu warmes, stehendes Wasser, Algenblüten bei Nacht), Krankheiten oder Toxine (z. B. Ammoniak) können kritisch werden.

- Warum sterben Fische an Land so schnell? Ohne Wasser fallen die Kiemenlamellen zusammen. Dadurch verlieren sie Oberfläche – der Sauerstofftransfer bricht ein.

- Bekommen Fische „Seitenstechen“, wenn sie zu schnell schwimmen? Nicht wirklich. Aber beim Ramm-Ventilieren muss die Fließgeschwindigkeit stimmen – zu langsam: zu wenig Wasser; zu schnell: Strömung stört den Austausch. Kinder verstehen es so: „Nicht zu schnell, nicht zu langsam – genau richtig“.

- Wie helfen Pflanzen im Aquarium? Tagsüber erzeugen sie Sauerstoff, nachts verbrauchen sie ihn. Ein Gleichgewicht aus Pflanzen, Licht und Besatz ist wichtig – das lernt man gut in Einführungsartikeln großer Wissenschaftsseiten wie National Geographic.

- Sind Kiemen empfindlich? Sehr. Feine Lamellen reagieren auf Schäden (Giftstoffe, schlechte Wasserqualität). Deshalb sind Wasserwechsel, Filterpflege und maßvolles Füttern Basiswissen – viele Museen und Wissensportale, darunter das Britannica-Lexikon, betonen diese Zusammenhänge in ihren Übersichten.

Fazit und Eltern-Tipps zum Dranbleiben

Merksatz für Kinder: „Fische atmen mit Kiemen – im Gegenstrom holen sie Sauerstoff aus dem Wasser.“ Wenn Sie das Bild vom „Bonbon-Steig“ (Gegenstrom) und dem „Papierfächer“ (Lamellenfläche) verankern, bleibt der Kern hängen. Lust auf mehr? Suchen Sie gemeinsam nach Bildern von Kiemenlamellen, schauen Sie Kurzerklärungen auf Seiten wie National Geographic an, oder stöbern Sie in Einträgen bei Britannica. Und wenn Ihre Kinder echte Meer-Fans sind: Viele Aquarien (wie das Monterey Bay Aquarium) haben hervorragende Familienangebote mit Live-Cams und einfachen Experimenten.

Eltern-Checkliste für den Alltag:

  • Fragen beantworten, aber auch zurückfragen: „Was glaubst du, warum…?“
  • Regelmäßig beobachten: Kiemenschlag, Verhalten, Wasserbewegung.
  • Kleine Experimente: Fächeroberfläche, Temperatur-O₂-Zusammenhang besprechen.
  • Qualitätsquellen nutzen: z. B. NOAA, Britannica, National Geographic, Monterey Bay Aquarium.

So wird aus der Kinderfrage „Wie atmen Fische unter Wasser?“ eine kleine, leuchtende Lernreise – mit Wissenschaft zum Anfassen und Staunen.

Bring deinem Baby das Schwimmen bei
mit unseren kostenlosen Übungen

Babyschwimmen Übungen

Bring deinem Kind das Schwimmen bei
mit unseren kostenlosen Übungen

Kinderschwimmen Übungen